Die Sapir-Whorf-Hypothese ist ein interessantes linguistisches Konzept und besagt im Grunde, daß die eigene Sprache das Denken und Verständnis beeinflußt, bis hin zu dem Punkt, daß die Gedanken, die man überhaupt zu denken in der Lage ist, eingeschränkt werden. Nun las ich gerade bei Jeff Moser eine interessante Verbindung zu Programmiersprachen.
Ich hatte nie darüber nachgedacht, daß die Hypothese auch bei Programmiersprachen gelten könne, aber es erscheint zumindest plausibel. Paul Graham bemerkte etwas, was er „The Blub Paradox“ nannte – das Blub-Paradoxon. er erklärt hier, wie man als Programmierer, der nur eine Sprache benutzt (Blub) zu weniger mächtigen Sprachen („Wie kann man damit nur irgendwas hinbekommen. Es gibt ja nicht mal x (Blub-Feature eigener Wahl)“) und zu mächtigeren Sprachen („Er betrachtet sie möglicherweise als gleichmächtig zu Blub, nur mit allem möglichen anderen ekligen Kram, der da reingeworfen wurde. Blub ist gut genug für ihn, weil er in Blub denkt.“) steht. Was hier deutlich wird: Blub bestimmt unweigerlich die Art und Weise, wie der Programmierer Probleme löst, über Problemlösung nachdenkt und seine Haltung zu anderen Werkzeugen zur Problemlösung.
Wahrscheinlich ist das der Grund, warum man uns hier an der Uni gesagt hat, daß Programmieren lernen nicht daraus besteht, eine Sprache perfekt zu beherrschen, sondern stattdessen Probleme zu lösen – in so vielen Sprachen wie möglich. Um die Bindung an genau eine Sprache und die damit einhergehende Einschränkung des Denkens zu verhindern.
Trotzdem werde ich wahrscheinlich erstmal kein Perl lernen :-)
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